Mode

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Wir alle liebten Erica Matile, wir Pressefrauen – und wir lieben sie natürlich immer noch.
Für ihre Tulpenröcke, ihre schmeichelnden Kragen, ihre winzigen Jäckchen, 
die Seele wärmend, ihre dicken langen Mänteln, der Kälte trotzend. Erica Matile hat 
Stil, und Stil haben ihre Kleider. Typisch Matile, eine unverwechselbare Mode. Sie 
lässt uns manchmal trippeln in schmalen Jupes, sie, die mit beiden Beinen fest im 
Leben steht, und verwandelt uns in zarte Wesen in unschuldigem Weiss, die 
hochgewachsene starke Frau, die dunklen Locken schüttelnd. Und sie, die
lebensfrohe, die gerne tanzt, schenkt uns ein Rot, intensiv wie das Leben. Sie 
verarbeitet spannende Materialien, und man fragt sich, was das nun wieder sei. Und 
freut sich, dass sich die seltsamen Stoffe waschen lassen – Erica Matile, Mutter von 
Violeta und Oliver, hat auch Sinn fürs Praktische.

Erica Matile schafft Mode für Frauen, die wissen, was sie wollen. Man trifft sich gern 
in dem hellen Designerladen im Seefeld, und es ergeben sich gute Gespräche, nicht 
nur über Mode. Man plaudert und lacht, unvergesslich Erica Matiles grosses Lachen, 
in das unvermittelt ausbricht, ansteckend.

Nun, nach 18 Jahren Arbeit in der Mode, verlässt Erica Matile das Gebiet, auf dem 
sie sich so talentiert und spielerisch sicher bewegte. Auf das Frühjahr 2005 gibt sie 
ihren Laden und ihr Label auf. Sich einer neuen Herausforderung stellen, wie die Männer es 
nennen? Aufbruch zu neuen Ufern? Zu esoterisch für die Lebensnahe. Gewiss ist, 
dass Erica Matile den neuen Weg finden und mutig und begeistert angehen wird. Wir 
Pressefrauen, sie in der Mode vermissend, wünschen ihr alles Gute.

Marie-Louise Stickelberger, Moderedaktorin TA Media, Februar 2005

Kategorie
Heimkollektion